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Mein Schreiben, mein Atmen.
(Manfred Hinrich)

Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

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Ein kräftig lebendiges Geschenk!



Habt Ihr sie auch um Euch, die Menschen mit dem fröhlichen Gemüt? Wir hatten gestern Besuch. Sehr lieben Besuch. Reisende, die wir auf Bali trafen, mehr als 15 Jahre ist das her. Menschen, die sich nicht so gewohnt waren zu reisen wie wir, die aber so ansteckend präsent waren, dass wir selbst ganz neu offene Augen bekamen und strahlendes Glück fühlten, ob des Geschenks, die Welt entdecken zu dürfen. Und Herzen, so weit, dass man sich ständig umarmt fühlte.

Wir haben das Ehepaar nie aus den Augen verloren. Es gab Pausen. Lebensabschnitte, in denen wir uns nicht sahen. Vergessen aber haben wir uns nie. Und immer wieder sind wir zu einander gereist. Im gleichen Geist wie damals auf Bali... 50 km wurden nie wirklich zur Distanz. Wir haben von weiteren Reisen erzählt, das Gemeinsame gefeiert und das Ergänzende aufgesogen, jeder vom anderen. Wir haben die Weisheit der Älteren gespürt und die Güte des Zuhörers, des aufmerksamen, aufgeschlossenen und unablässig neugierigen auf einander Hörens.

Dann wurdest Du, lieber Freund krank, sehr krank, und Du, liebe Freundin musst sehr viel Bedrückung und Last gespürt haben. Ausgerechnet Du, habe ich gedacht, lieber Freund. Du, der Du so viel Licht in Deine Umgebung verströmst, Frohmut und Zufriedenheit. So ansteckend bist Du in Deiner positiven Demut dem Leben gegenüber. Und jetzt sollst Du gehen müssen?

Du hast es überlebt. Ihr habt es zu zweit gemeistert und meistert den Alltag jeden Tag neu. Ihr freut Euch an dem, was Euch wieder möglich ist und hadert nicht zuviel den Dingen nach, die nicht mehr sein sollten. Und ich bin betroffen ob meines Klagens, das ich meinem Gott an den Kopf warf. Warum er? So habe ich gefragt.

Diesmal haben alle Deine Qualitäten und Eigenschaften Dir selbst geholfen, die Krankheit zu meistern. Sie waren nun einmal für niemanden wichtig denn für Euch. Und so, wie Du Deine neuen Tage geniesst, einen um den anderen, geniesse ich an diesem Abend das Zusammensein mit Dir und Deiner Frau. Und ich lasse mich noch mehr wärmen von Deinen positiven Gedanken und Deiner Ausstrahlung, als ich das früher schon durfte. Ich habe Euch so gern!

Wir bekommen jetzt mehr Zeit. Das nehmen wir uns auf jeden Fall vor. Sie soll gerade solchen Gelegenheiten zupass kommen: Mit Euch einen Tag feiern, ein paar Schritte gehen, eine Wanderung machen, die Luft um mich dabei als Teil des Himmels wahrnehmen, die Erde unter meinen Füssen als Heimat begreifen, als Geborgenheit, die uns eigen ist, zusammen und allein, wenn wir dann mal gehen müssen.

Bis dahin aber möchte ich keine Gelegenheit versäumen, Euch zu zeigen, wie viel Ihr Beide mit Eurer Kunst zu leben, bewirkt. Denn das will ich Euch auch noch sagen:

Natürlich wissen meine Frau und ich, dass es dunkle Stunden gibt für Euch, Tage, an denen Euch eine gewisse Mühsal tonnenschwer im Rucksack liegt, Stunden, in denen Ihr daran denken müsst, wie viel uneingeschränkter das Alter doch noch sein könnte - und Momente der Angst, die auch immer wieder mal kommen mögen.

Ja, ich denke, wir wissen davon. Und darum wollen wir unsere Freude ob Eurer Lebensfähigkeit nie zur Last werden lassen für Euch, indem wir nur diese Frohmut erwarten und Euch keinen Raum geben, einmal müde und allem überdrüssig zu sein. Wir ehren jede Eurer Bemühungen, das Leben zu befragen und es anzunehmen, so, wie es daher kommt oder geht. Und wir möchten teilen. Um etwas von dem zurück zu geben, was ihr laufend immer wieder schenkt.

Ich schreibe Euch das nicht per mail, weil ich weiss, dass Ihr bei mir liest. Es ist gerade so recht, wie es hier steht. Eine Art öffentliche und doch vertraut bleibende Wertschätzung ohne Peinlichkeit, schlicht eine Pflege der bestehenden Verbundenheit. Euch zu ehren und Gott zum Dank, der uns mit Euch bekannt sein lässt und mich dadurch so viel Schönes erkennen lässt.


Euer Thinkabout


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Strandsteine (20.11.06 00:04)
Lieber Thinkabout,

Deine Zeilen der Verbundenheit berühren mich sehr.
In gewisser Weise fühle ich mich davon mit
angesprochen.
Es ist für mich so, als wenn Ihr bei uns ward.

Euch allen wünschen die Steine einen langen gemeinsamen Weg.


rielei (20.11.06 02:56)
Sei gesegnet Thinkabout.
Auch für die Art und die Weise, wie Du schreiben kannst.
Ich sehe, wie Deine Augen .. Dein ganzes Gesicht strahlt, schreibst Du solche Worte.

Ganz herzliche Grüße
von Gabi


jürgen / Website (20.11.06 04:57)
Hallo, lieber Thinkabout,

da kann ich Rielei nur zustimmen und
möchte ihre Worte nur dahin ergänzen,
das ich mich an deinen Texten wärme,
die von deiner Menschenliebe erzählen.

Ja - und danken möchte ich dir,
das du offen über deine Empfindungen schreibst,
und ganz sicher mir, wohl aber auch Anderen,
damit Mut machst, ebenfalls offen zu sein.

Liebe Grüße

Jürgen


Janna (20.11.06 13:45)
...ich möchte den Strandsteinen zustimmen - ich fühlte beim Lesen auch dieses "Angenommenwerden" - obwohl ich von innerer Heiterkeit, stiller Freude und Demut noch ziemlich entfernt bin - aber ich lerne dazu; auch bei deinen Zeilen....:-)Janna

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