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Mein Schreiben, mein Atmen.
(Manfred Hinrich)

Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

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Was ich später könnte, sollte ich jetzt tun



Dass Du gut zeichnen kannst, das habe ich Dir immer gesagt. Liegt in der Familie, scheint mir. Du zeichnest zwar vor allem ab, bildest ab, was Du siehst, und Deine Motive waren immer heile Welt. Du malst und zeichnest genau. Detailgetreu. Du bist Du und das ist in Deinem Tun erkennbar. Es war immer schön, Dich für ein paar Momente mit Deinem Talent vereint zu sehen. Doch nach der Kurswoche, wieder zuhause, hast Du die Werke noch ein paar Tage aufs Pult gelegt, dann sind sie verschwunden. In Schubladen, in denen die Malsachen schon auf sie warteten. Du hast zuhause nie gemalt. Du hattest dafür keine Zeit, sagtest Du. Ich vermute mal, Du glaubtest, Dich gegen einen imaginären Schlendrian schützen zu müssen. Wie wenn der wegen ein paar Pinseln wirklich eine Chance gehabt hätte. Aber Dir hätte es gut getan, Deiner Seele und Deiner Ruhe, der Innerlichkeit Deiner Wahrnehmungen, Deiner Zufriedenheit.

Jetzt hast Du Dich entschieden, ins Altersheim zu gehen. Das Haus ist Dir zur Last geworden und Du bist bereit, alles hinter Dir zu lassen, was zu Deinem Leben gehört hat. Du hast diesen Entscheid ganz allein für Dich selbst getroffen und mir am Montag vor einer Woche mitgeteilt. Ich war und bin sehr beeindruckt. Und ich habe mich vor allem über einen Satz gefreut:
Ich werde da auch malen, im Altersheim.
Mein Herz hat einen Sprung gemacht. Zum ersten Mal, zumindest so lange ich mich zurück erinnern kann, habe ich bei Dir Freude auf etwas Kommendes verspürt.
Heute habe ich Deinen Brief in der Hand, in dem Du mir von Deinem Arzt berichtest. Vor allem Dein linkes Auge macht ihm Sorgen. Sein Zustand hat sich sehr verschlechtert. Du hast grünen Star.

Warum ich das hier hin schreibe und nicht Dir? Ich werde mit Dir reden, und auch schreiben werde ich Dir noch. Natürlich.
Deinem Brief ist kein Hader anzumerken. Auch wenn Du für Dein Malen nur wenig Hoffnung für die Zukunft hast. Aber ich weiss, dass kann noch sehr hart für Dich werden.
Und Deine Geschichte ist mir Grund genug, sie hier kurz zu erwähnen. Vielleicht liest dies hier jemand, der für sich oder für seine Nächsten daraus einen wichtigen Schluss zieht. Vielleicht können diese Worte und Deine Geschichte jemandem die Eindringlichkeit vormalen, mit der es gilt, dem Wunsch nach Ausdruck nachzuleben und sich auf die Reise zu seinem Wesen zu begeben - Inneres einfach einmal fliessen lassen und seine Gedanken und Gefühle hören und empfinden. Und ihnen Gestalt geben, mit Ihnen reden. Mit dem Ich reden. Und dann sich selbst nicht beleidigen mit dem Satz: "Das ist unnütz. Verlorene Zeit. Flucht vor der Plfichterfüllung." Manchmal ist Pflichterfüllung nur ein Weglaufen vor den Fragen nach dem wirklichen eigenen Glück. Vor Antworten, die mich selbst meinen und mir zeigen könnten, dass ich etwas ändern müsste (besser: ändern dürfte). Wer immer mich versteht, wird diese Zeilen mit offenen Nervenenden lesen.                              
Thinkabout

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Strandsteine (9.3.06 22:30)
Lieber Thinkabout,
Deine weisen Worte möchten doch viele erreichen,
die alles auf später verschieben,
und dann ist es zu spät.
Das darf ich aus Miterleben sagen.
Lebt Euer heute, die Steine

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