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Mein Schreiben, mein Atmen.
(Manfred Hinrich)

Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

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Der Bote Skogerad



Heute morgen war es, nach einem gemütlichen Frühstück im Bett, Müsli satt, voller Power und Vitamine, als ich mich endlich aus dem Bett schwingen wollte, so knapp vor Mittag, als Thinkabouts Wife mich fragte, was denn das für Flecken wären auf meinem Laken, neben dem Kopfkissen?
Brombeerrot, verwaschen, eingetrocknet prangte er da, der Marmeladenfleck, vom Frühstück von gestern (oder von vor einer Woche...?). Na ja, kann es ja mal geben, zuckte ich mit der Schulter und stellte mein Gewicht samt Buddha-Bäuchlein auf meine noch einigermassen strammen Beinchen.

Etwa drei Stunden später, wir sitzen auf der sonnengefluteten Terrasse, fragt mich Thinkabous Wife, was denn das wäre an meinem Ärmel? Das gleiche Brombeerrot prangt am Unterarm meines Sweatshirts, so gar nicht mehr klebrig, eingetrocknet für die Ewigkeit...

Wie ich dann hinein gehe, die Gedanken, die mir kommen, NOCH erfolgreich verscheuchend, tapse ich mit klebrigem Schritt über den Parkettboden. Ich habe - NEIN! - Brombeerkonfitüre an der Sohle und verteile sie auf dem Boden. Die Spur führt in die Küche, wo ich daselbst gestern die Brote strich, um sie uns dann ins Bett zu tragen...

Wie ich dann auf den Knien durch die Wohnung rutsche und die Kleckse meiner Tapserei beseitige, denke ich an den Herrn Skogerad, jenen skandinavischen Vertreter, der vor fünf Jahren schon achtzig war und uns gleichwohl auf Messen noch heimsuchte, wo er dann am Stand sass und Hof hielt und nicht mehr von dannen wich, was vor allem in jenem Jahr so unglaublich schien, als er dies tat in blütendweissem Hemd, ohne Jacket, mit roter Kravatte und - dies vor allem - feuerrotem faustgrossem Konfitürenklecks über dem Bauchnabel, zielgenau an der Kravatte vorbei aufs Hemd gebracht, unzweifelhaft beim Frühstück im Hotel.
Doch Skogerad sass da in einer Selbstverständlichkeit, die einen fast glauben liess, dieser Auftritt wäre Programm, Ausdruck einer Avantgarde, die wir nur noch nicht als solche begriffen hätten, und nicht von Senilität, für die wir es hielten. Da er stets eine weibliche Begleitung jüngeren Alters bei sich hatte, die sich ob der Abstrusität der Situation genau so wenig beeindruckt zeigte, sahen wir alle über den Fleck hinweg, nein, starrten natürlich ständig hin, aber ohne den Mund aufzumachen.

Immerhin habe ich Skogerad danach nicht mehr gesehen und ihn auch aus dem Gedächtnis verdrängt. Dass er mir so bald wieder erscheinen würde, hätte ich nicht gedacht, und es ist mir ein Zeichen, dass, vorsichtig vermutet, meine zweite Lebenshälfte mit gut 44 Jahren nun wohl endgültig begonnen hat... Man möge mich bitte nicht allzu pietätlos daran erinnern, und nicht allzu oft... Für alle Fälle und für den schlimmsten Fall bitte ich schon jetzt um schonendes Anhalten...


Thinkabout


abgelegt in Kategorie "Erdlinge"
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15.10.06 21:53
 
Letzte Einträge: Drüben ist Nr. 3000 erreicht, Wie geht es hier wohl weiter?


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Janna (15.10.06 23:29)
...kleiner Tipp....kurz vor meinem eigenen davonschleichen in mein Korbnest (meine Schlafstätte :-)....wie wärs mit brombeerroter Bettwäsche??!!und igitt, frühstücken dortselbst....wie der Berliner sagt:..."wer nie sein Brot im Bette aß, weeß nich wie Krümel piiiiecken"....tschüüüüs ...:-) Janna


amo / Website (16.10.06 11:32)
Lieber Thinkabout,
mach es doch wie Masterkuki. Bestimmt wirst Du bei Deinem Weib Punkte sammeln.

Der Fleck

Heute bin ich mit dem Kochen dran,
doch ich frage meinen Mann:
„Willst du's nicht übernehmen?“

Er schaut mich von der Seite an
und ist davon nicht angetan.
So muss ich mich bequemen.

Wir genießen bei der Hitze -
Essen und Wein, beides Spitze
das Resultat auf der Terrasse.

Bis dass mein Mann ganz schuldbewusst,
ein Fleck vom Rotwein auf der Brust,
erkennt mit schuldiger Grimasse.

Um jeder Predigt zu entgehen,
bietet er mir unversehen,
die Küche aufzuräumen an.

Unverzüglich stimm' ich ein.
Was kann ein Fleck doch nützlich sein.
Im Stillen denk' ich:
Typisch Mann.

Liebe Grüße auch an meine Mitschwester
Amo


Ruben / Website (13.11.06 11:24)
Lool cooles gedicht...selbst geschrieben?

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