Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.
Es ist genau das, was mich am Spitzen-Sport generell fasziniert: Im Kampf um Zentimeter und Sekunden, im absurden Zufall von Pfosten- oder Lattenschuss, im trotz Riesenaufwand immer auch Ausgeliefertsein an das Geschick und stets unter Beobachtung der eigenen Reaktionen, angesichts von Lohn oder Hohn für jahrelange Aufwendugen und Entbehrungen, offenbaren sich gedrängte spezielle Biographien.
Auch wenn diese Menschen oft so fokussiert auf ein Ziel sind, dass sie (zu) viele Lebensaspekte ausblenden wollen (müssen), ist eine Sportlerbiographie fast immer aussergewöhnlich und ein bisschen sinnbildlich für die vielen anderen, links und rechts, die anonym im Scheitern bleiben und sich irgendwie in einen normalen Alltag zurück finden müssen, wo wir sie alle wieder treffen in unserem eigenen Umgang mit Leistungsdenken und -Anforderungen...
Gewisse Weihnachtspost ist einfach nur ein Ärgernis. Es ist ja grundsätzlich schön, von eigenen Kunden eine Weihnachtskarte zu bekommen. Wenn diese allerdings absolut minimalistisch gestaltet ist, und auf einem Beiblatt nur die Unterschriften enthält, mit dem minimalistischen Satz: "Für Frohe Festtage", dann frage ich mich schon, für was das gut sein soll? Dazu passt, dass man die Unterschriften nicht lesen kann, und da die Firma mehrere Abteilungen kennt, mit denen ich zusammen arbeite, kann ich nur mutmassen, wer der eigentliche Absender sein mag?
Diese Geldvernichtungsaktion, denn nur als solche kommt sie bei mir an, wird zudem von einer Firma verantwortet, die wie keine zweite ihrer Branche den Lieferanten die Konditionen zu Sparzwecken verschärfen will.
Die Motivation hierzu ist durch diese Weihnachtskarte nicht gestiegen... Und das macht die ganze Sache erst bedenklich, weil dieser Schuss mehr als nach hinten los geht. Man sollte doch auch in geschäftlichem Umfeld keine Handlungen dem guten Schein gemäss durchführen, wenn dieser Schein dann so deutlich wirklich nur eine pro-forma-Handlung darstellt. Wenn ich mir vorstelle, dass unter Umständen dafür auch noch ein Baum gefällt worden ist...
Dies hier ist so etwas wie ein unautorisierter Gastbeitrag. Ich habe sehr liebe Freunde aus meinem Alltag, die bewusst still hier mitlesen. Manchmal bekomme ich dann ein Mail, was mich IMMER freut - auch wenn es mal kritisch ist. Denn natürlich habe ich meine eigene Brille auf, mit der ich zwar sehen kann, aber durchaus auch gefärbt. Dann tut es gut, andere Meinungen zu lesen. Und was den WWF angeht, bin ich wirklich leicht angesäuert und damit nicht unbedingt objektiv. Deswegen steht Dein Mail, lieber Freund, nachträglich als Beitrag hier, und meine Replik, die sich nur auf einen Punkt bezieht, als Kommentar später darunter. So, wie es sich hier von der Gegengewichtung her gehört. Deinen Hinweis zum ökologischen Fliegen werde ich separat auch noch blogmässig verwursten.
Lieber Thinkabout
Für einmal stimme ich nicht mit Dir überein, was Deine Haltung dem WWF gegenüber betrifft:
WWF und Greenpeace tun etwas, um die Leute aufzurütteln, das ist gut so, denn sonst würde nur die "andere" Seite etwas tun, um möglichst weiter alles herunterzuspielen, was die Umweltbelastung anbelangt. Und ja, es ist PET, aber wenn Du schaust, wie viel PET für Unsinniges produziert und nicht recycelt wird, dann verzeihe ich dem WWF diese Kartenaktion sehr, ich befürworte sie sogar. Uebrigens hast Du im K- Tipp (einer äusserst zwiespältigen und manipulativen Zeitschrift!) sicher auch all die Leserkommentare gelesen, welche sich über den K- Tipp und seinen Beitrag gegen den WWF geärgert haben.
Und wenn Du schreibst, dass die Aufnahmen des Aletschgletschers nicht genau vom gleichen Standort aufgenommen worden waren: ja, das mag sein, aber: es gibt absolut und gar keine Zweifel, dass der Gletscherschwund voran läuft, so dass zwar Deine Kritik korrekt ist, jedoch die Aussage der Karte des WWF genau so korrekt ist.
Lieber Thinkabout, nicht alle Leute leben umweltbewusst wie Ihr mit Eurem jetzigen Autokauf oder wir mit unserem SBB-GA und dem Auto nur als Ergänzung (auch heute waren wir wieder die ganze Familie per Zug unterwegs). Die Wirtschaft tut alles, um die Tatsachen in Sachen Umweltbelastung herunterzuspielen. Da ist es gut, wenn es Institutionen wie den WWF gibt.
Na ja, vielleicht gibt das Gesprächsstoff für ein anderes Mal... und unterschiedlicher Meinung dürfen wir ja sein, das ist gut so und regt das Gespräch an.
Liebe Grüsse und einen guten Wochenstart, Dein Freund
Wir bekommen heute abend Besuch. Sehr lieben Besuch.
Thinkabouts Wife werkelt dafür in der Küche. Ich höre sie hantieren. Und manchmal vor sich hin murmeln. Die Worte kommen leicht über die Lippen, getragen von Konzentration und aufgeweckter Schaffenskraft.
Wie viel gute Stimmung hat sie eigentlich schon für mich verbreitet in den letzten achtundzwanzig Jahren?
Also schreibe ich ihr das. Genau jetzt, per mail. Es soll nicht nur gesagt sein, jetzt, sondern auch geschrieben.
Ich habe im Vergleich dazu wenig zu tun. Ein bisschen aufräumen noch. Die Dias vorbereiten. Dann den Pasta-Teig weiter verarbeiten. Ein geschäftiger, aber ruhiger Samstag, der Pflege von Freundschaften gewidmet. Voller Aufmerksamkeiten. Man möchte diese Momente festhalten. Sie eingravieren im Stein, auf dem man sitzt und sein Haus baut.
Ich denke an unsere Freunde. Wie oft wir in den letzten Jahren unsere Sorgen und Hoffnungen vor ihnen ausbreiten durften. Wie sehr sie sich immer die Zeit genommen haben, uns zuzuhören. Und wie aufrichtig sie uns stets unterstützt haben, ungeachtet eigener Probleme. Wir haben gar manchmal auch geklagt - und dies auf der Basis eines geordneten und materiell gesicherten Lebens. Jammern vielleicht nicht, aber Klagen auf hohem Niveau war das manchmal, wenn das Herz überlief ob der verwandtschaftlichen Verstrickungen.
Wir durften immer aufgehoben sein. So wird es auch heute abend bleiben. Und jedes Mal, wenn meine Augen die meiner Freunde treffen, sollen sie in mir meine Dankbarkeit lesen können. Und eines wissen:
Wir wissen um Ihre Güte und erwidern jede Neugier und Freude am Teilen und Begleiten.