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Mein Schreiben, mein Atmen.
(Manfred Hinrich)

Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

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Der Dalai Lama in Zürich

Unterweisung in zwei zentralen buddhistischen Texten:

- Bodhicaryãvatãra
und
- Bhavanakrama

EIGENE NOTIZEN (chronologisch)



Tag 1
Aus meinem Notizbuch vom 05. August 2005

*
Eine wesentliche Eigenschaft, die ein (buddhistischer) Schüler mitbringen muss ist Unvoreingenommenheit - im Sinne einer durchaus kritischen objektiven Offenheit.
Er ist mit einem Käufer zu vergleichen, der vor dem Kauf alltäglicher Gegenstände die Waren auf ihre Eignung prüft. Genau so soll er mit Lehrmeinungen verfahren.
>Ich denke an die Freikirchen, die uns vor dem Hallenstadion für den Besuch des Dalai Lama um den Verlust unserer Seele betrauern…
*
Es gibt zwei Wahrheiten zu entdecken (Stufen, nach der Art, wie wir Objekte wahrnehmen)
- konventionelle Wahrheit, im Sinn einer vorläufigen Wahrheit
- die endgültige Wahrheit, die die Leerheit der Dinge frei legt
Alle Objekte, die wir wahrnehmen, sind leer von einer unabhängigen Natur. Nur weil sie durch Ursachen bedingt sind, können sie sich verändern. Sie besitzen in sich kein Eigenwesen. Das, was wir wahrnehmen, die Objekte in ihrer förmlichen Erscheinungsweise, ist die konventionelle Wahrheit (?).
*
Glück und Leid entstehen nur in Abhängigkeiten.
° Fühlende Wesen wünschen Glück. Das ist natürlich.
° Frage Dich für Dich und alle fühlenden Wesen:
Welches sind die Ursachen für Glück oder Leid? ->
° Lehre der zwei Wahrheiten > Lehre der vier Wahrheiten:
3. Wahrheit: Lehre von der Beendigung (von Glück und Leid?)
4. Pfad der wahren Wahrheit: Vertrauen in den Dharma
Unterstützung durch die drei Zufluchtsobjekte der Buddhisten:
1) Dharma (Lehre Buddhas und grosser Meister)
2) Sangha (Mönchsgemeinschaft, die auch nach außen wirkt und unterstützt)
3) Buddha (als Lehrer und Vorbild in der Entwicklung von liebender Güte und Mitgefühl)
*
Wir alle hegen in uns den Wunsch nach Befreiung:
Die Antwort ist Entsagung (das bewusste Ablegen unserer Leidenschaften), wodurch wir beständiges
 Mitgefühl
entwickeln und den
 Bodhicitta (den Erleuchtungsgeist)
entwickeln können.
*
Sich mit etwas vertraut machen -
das geschieht durch Gewöhnung -
oder durch einen bewussten Prozess.
In diesem zweiten Fall ist es Meditation: Ein Sinnesbewusstsein.
Das eigene (flatterhafte) Denken ist eine (weitere) Ursache für Glück und Leid.
*
Nach buddhistischer Sicht gibt es kein Schöpferprinzip.
Alles beruht auf Ursachen, was sich „rückwärts“ endlos denken lässt: Es lässt sich kein Anfang dieser Welt denken und auch kein vorbestimmtes Ende.
*
Meditation ist eine Art Training, in dem wir positive Gewohnheiten [für unseren Geist] entwickeln.
*
Der Schmerz ist eine Form des Leidens in niederen Daseinsbereichen.
*
Das Glück bleibt nicht, es lässt sich nicht festhalten: Das ist das Leiden des Wandels.
*
In der Meditation gibt es tiefe Versenkungszustände, fern von Körperlichkeit (Versammlung)
*
Fähigkeit des Kümmerns in Altruismus > verschiedene Fahrzeuge
*
Karma:
Unsere Handlungen werden durch unsere Geisteshaltung bestimmt.
So entstehen auch Glück und Leid auf Grund von Bewusstsein.
*
Karma und
Klesha: Verblendete Leidenschaften, Emotionen
siehe Wikipedia: Klesha (Sanskrit, m., क्लेश, kleśa, Leiden) bezeichnet in der indischen Philososphie, insbesondere im Buddhismus und Hinduismus, eine Ursache des Leidens.
Es gibt fünf Kleshas: Avidya (Unwissenheit), Asmita (Identifzierung, Ego), Raga (Wunsch), Dvesha (Abneigung), Abhinivesha (Furcht).
Daraus entstehen Handlungen, die am Ende allesamt auf Irrtümern beruhen, auf einer verzerrten Sicht der Wirklichkeit. Diese Irrtümer können aufgelöst werden.
*
Die zwei entgegen gesetzten Sichtweisen:
Aversion oder Zuneigung zu Personen.
Beides sind im Grunde Bewusstseinszustände, die korrekt gehalten, „gemacht“ werden können.
Entwickle Gegenmittel, die stärker sind als negative Gemütszustände und gewinne mehr Sanftmut.
Geist ist wandelbar.
*
Gegensätze
können sich auch ausschliessen.
warm - kalt
hell - dunkel
Genau so können gegenläufige Bewusstseinszustände entwickelt werden -> Veränderung ist möglich.
*
Die Natur des Geistes ist ein klares Licht. Rein. Voller Tugend. Seine Befleckung ist vorübergehend.
Die Erscheinungsformen der Objekte spiegeln sich in unserem Geist. Bewusstsein entsteht durch Wahrnehmung des Objekts (?).
Bewusstsein entsteht durch die Wahrnehmung von Objekten durch unseren Geist.
Wut und andere Leidenschaften gehören nicht zum Naturzustand des Bewusstseins.
In der Natur des Geistes steckt von Anfang an das Potential, Tugenden zu entwickeln.
Verglichen mit unserem Körper hat der Geist eine stabilere Grundlage, eine andere Natur, eine bleibende, „weiter gehende Struktur“, die subtilere Eigenschaften frei legen kann.
*
Hindernisse (der Allwissenheit?) sind
- Leidenschaften und Unwissenheit
Erkenntnis der gesamten Wahrheit in EINEM Bewusstsein
Unsere Anlagen und Verstrickungen rühren von Leidenschaften und von Unwissenheit her
Der Geist aber lässt sich unendlich entwickeln durch
- Einsicht
- Altruismus (eine positive Geisteshaltung)
Man kann seinen Geist reinigen.
*
Da ist kein Schöpfergott, dem Allwissenheit zugesprochen wird.
Aber auch die buddhistische Technik des Erkennens kennt einen Glauben - in die Autorität. Dieser Glaube kommt bei der dritten Kategorie der Phänomene, die verborgen sind, zur Anwendung. Hier kann man auf die Aussagen des Buddha angewiesen sein und basierend auf seine Glaubwürdigkeit glauben.
*
Es lässt sich auch nicht schlüssig nachweisen (?), dass positives Karma erfahrbar sei. Dies z.B. beruht auf der Aussage des Buddha, ist Teil seiner Lehre einer allumfassenden Wahrheit. Aber auch seine Lehren werden dort auf Unwiderlegbarkeit geprüft, wo sie nachprüfbar sind [wo es dafür Kriterien und Prüfmittel gibt].
*
Auf dem Weg zur Allwissenheit lernen wir
1) geistige Ruhe
2) Mitgefühl
3) Einsicht
*
Mitgefühl ist in uns angelegt. Oft ist es nur sehr parteilich. Das beruht auf unserer falschen Vorstellung unseres Selbst, unseres Ichs, aus dem heraus wir das Auftreten der Personen uns gegenüber werten.
Also müssen wir erst mal die Gleichheit zwischen den verschiedenen fühlenden Wesen erkennen, für die alle das Gleiche gilt, das ich auch für mich in Anspruch nehme.
*
Die besondere Wirkung des Mitgefühls manifestiert sich z.B. in der Geborgenheit eines Kindes [bei seiner Mutter].
*
Wir schützen unser Selbst aus Mangel an innerer Stärke, an Selbstvertrauen, durch Aggressivität.
Mitgefühl verhilft zu einer positiveren Sicht des eigenen Ichs und daraus entsteht positives Selbstbewusstsein.
Unparteiisches Mitgefühl
führt zu innerer Stärke,
verhilft zu Mut.


Tag 2
Aus meinem Notizbuch vom 06. August 2005

*
Mitgefühl ermöglicht Meditation in Gleichmut, also ohne Parteilichkeit.
*
Wir werden dauernd von unserer Selbstsucht kontrolliert
*
Hass besteht zu 90% aus Projektion:
Wir projizieren das Gefühl in die Situation, die Person, wobei wir darüber keine Kontrolle haben. Instinkt dominiert. Kein bewusster Vorgang. In dieser Leidenschaft wird Attraktivität oder das Gegenteil davon stark übertrieben, und dadurch entsteht Aggression etc.

Begierde und Hass -
oder
liebevolle Zuneigung?
Welche Vorteile haben diese beiden Geisteshaltungen?
Wollen wir kontrolliert werden durch Unwissenheit oder kontrollieren durch geschultes Bewusstsein?
Der Weg des Dharma (der buddhistischen Lehre) ist es, positive Emotionen zu entwickeln
*
Die Sichtweise von Körper und Geist als Aggregate

Samsara: „Ewiges Wandern“, der Kreislauf des Lebens, des Werdens und Vergehens, bestimmt von einem alles durchdringenden Leiden der Menschen, verursacht durch ihre Taten und Leidenschaften

Worauf beziehe „ich“ mich, wenn ich vom „ICH“ spreche?
Körper und Geist? Das ICH ist nicht wirklich identisch mit Körper und Geist. Es ist beständig, „durchgängig“.
Nach buddh. Sichtweise steht das ICH in Abhängigkeit von den Aggregaten, es wandelt sich in Abhängigkeit von Körper- und Geisteszuständen. Das eigentliche ICH ist der Geist. Er hat mehr „Kontinuität“ als der Körper. Wir können unseren Geist, unser Bewusstsein vom Körper unabhängig schulen. Die Lehren sind - je nach Schule - nicht einheitlich.
Ist das Ich nur eine Benennung eines Verhaltens zu den Aggregaten und damit in einer direkten Abhängigkeit stehend?

Wahrnehmungsebenen für das Ich sind
unser Sinnesbewusstsein und
unser Denken.
Was ist denn Bewusstsein? Ein erlebendes Bewusstwerden: Wahrnehmung einer klar erkannten Ursache
*
Gibt es ein Kontinuum substanzieller Ursachen, oder besser eine Gleichartigkeit von Ursachen, irgendwo im Ablauf der Zeiten und des Entstehens einen Anfang?
Kein erster Moment ist aus dem Nichts entstanden.
Und so ist auch die Kontinuität des Bewusstseins ohne Anfang. Das Samsara ist ebenfalls anfangslos (wird als Rad des Lebens dargestellt).
*
Meditation über Gleichmut:
Beginne mit einer konkreten Person statt Gleichmut an der allgemeinen Masse zu üben:
Wähle die Verbindlichkeit!
*
Jedes fühlende Wesen hat den Wunsch, sich vom Leiden zu befreien. Identifiziere dieses Leiden bei Dir selbst.
Der tiefe Wunsch nach dieser Befreiung führt zu Entsagung

Es werden drei Ebenen des Leidens unterschieden:
sinnliches Leiden
körperliches Leiden
körperloser Bereich (das aus dem Karma/Klesha entstandene Leid)
*
Wir kennen direkte, unangenehme Empfindungen als Schmerzen.
Aber auch positive Empfindungen können leidvoll werden, z.B. wenn Erwartungshaltungen entstehen nach mehr Ruhe und Frieden.
Gesucht wird ein „neutraler Zustand“ (frei von Empfindungen), ein innerer Zustand, ein Neutralisieren in tieferen Versenkungszuständen (Meditation)
*
Ein Bewusstsein entwickeln für die Ursachen der Leiden, die in den Menschen verborgen sind
*
Das Leid des Wandels - des vergänglichen Glücks…
*
Wir sind Gefangene der Leidenschaften.
Befreit von den Leidenschaften können wir Mitgefühl für alle fühlenden Wesen entwickeln: Wunsch nach Leidfreiheit für Alle.
*
Das Mitgefühl der Mutter für Ihr Baby ist eine spontane Geisteshaltung:
Sie geschieht, wird entwickelt, besteht ohne Überlegung. Dies ist die Wurzel tiefen Verantwortungsgefühls (der Bodhicitta-Geisteshaltung).
*
Das Erkennen, dass unser Selbst mit anderen gleichgesetzt und damit ausgetauscht werden kann, hilft mit, den Erleuchtungsgeist zu entwickeln.
*
Tatkraft braucht einen stützenden Geist
positive Kräfte: Vertrauen, in sich angelegtes Mitgefühl, Weisheit, Intelligenz, Mut
*
Verdienstvolle Handlungen beeinflussen das Karma. Die karmische Kraft braucht sich aber auf. > Das Leid des Wandels soll überwunden werden: Befreiung vom Daseinsbereich.
*
Stützende Kraft angesichts negativen Karmas: Nimm eine positive Haltung dem gegenüber ein, dem du Schaden zugefügt hast.
*
Wie wird den Wesen durch Buddhaschaft geholfen?
Der Wunsch, alle samsarischen Leiden zu beseitigen > heilsame Kraft durch endlose Tugenden und Mittel der Buddhaschaft, eine höchste Form des Altruismus.

Ethik bedeutet: Schaden von anderen abwenden, abhalten.
*
Was hier fehtl: Ausführungen am Ende des Tages zu den
"sieben Zweigen": Werkzeuge gegen Geiz, Stolz, Hass, Neid, Missgunst
und
eine summarische Übersicht über die Gliederung des Textes von Shantideva (Bodhicaryãvatãra)


Tag 3
Aus meinem Notizbuch vom 07. August 2005

*

Sieh’ den Tod wie das Ende eines Tages an.
*
Wenn ich klage, dann frage mich: Leide ich wirklich Mangel?
Meine Einschätzung darüber wird von meiner Geisteshaltung bestimmt.
*
Übe Dich in den sechs Vollkommenheiten:
- Freigiebigkeit
- Ethik (Achtsamkeit und Wachsamkeit)
- Geduld
- Tatkraft
- meditative Stabilisierung
- Weisheit
*
Achtsamkeit und Gewissenhaftigkeit können aus dem Erleuchtungsgeist genährt werden: Schütze Deine Haltung indem Du Deinen Geist befragst: Was geschieht in ihm? Wie kann ich ihn schulen und damit mein Verhalten als fühlendes Wesen in der Achtsamkeit pflegen?

*
Neid ist ein Antrieb für das Wettbewerbsdenken, was zu mehr Erfolg führen kann…

Der Geiz hält das Geld bei uns.

Beides sind Gründe, dass wir den Leidenschaften das Feld überlassen, diesen Geisteszuständen, die uns destabilisieren (s.o. meditative Stabilisierung): Leidenschaften sind eine Turbulenz des Geistes, die unwillkürlich geschieht.

Im Gegensatz dazu ist Mitgefühl ein bewusstes Aufwühlen des Geistes.

Leidenschaften sind nicht nur unsere größten Feinde wegen ihrer destabilisierenden Wirkung, sondern auch, weil sie „bleiben“.

Egoismus unterstützt die Leidenschaften.

Die Urleidenschaft ist Unwissenheit.

Leidenschaften aus falscher Überzeugung / Ansicht sind besonders dauerhaft…

Leidenschaften können nachhaltig [endgültig] nur durch Weisheit (Wissen) überwunden werden.

Es geht darum, die Sicht der Leerheit als Gegenmittel zu den Leidenschaften zu entwickeln: Die Vorstellung über die wahre Existenz der Dinge, die alle nicht aus sich heraus bestehen, sondern durch wandelbare Ursachen scheinbar gegenständlich werden. Dadurch sind sie aber bedingt und existieren nicht allein aus sich selbst heraus. (Im Gegensatz zur Leere)
Leidenschaften entstehen und bestehen fern dieser Erkenntnis, sondern auf Grund wieder wandelbarer Ursachen. Sie beruhen also auf Trugbildern und sind ohne bleibende, wahre Existenz.
Unser Umgang mit Leidenschaften ist nur eine Frage der Anstrengung.
*
Kap. V des Textes von Shantideva handelt von Achtsamkeit und Wachsamkeit:
Andere Worte dafür sind:
Vergegenwärtigung, Gegenwärtigkeit.
Es geht um die Schulung des Geistes: Was geschieht in ihm? Was bestimmt das Verhalten der Wesen?













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