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Mein Schreiben, mein Atmen.
(Manfred Hinrich)

Vom Tagebuch des Alltags bis zum zeitlosen meditativen Text in Prosa oder Poesie. Teile mit mir unbeschwerte und schwere Gedanken, und versuche, Grau in Blau zu verwandeln - unter welchem Himmel auch immer.

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Diese Frage stellt man nicht...



Es ist bestimmt keine nur schweizerische aber ebenso sicher eine sehr eidgenössische Regel, dass man über Geld und vor allem über das eigene Einkommen nicht spricht. Das ist tabu. Und zwar in allen Kreisen. Da möchte ich doch die folgende Pressemitteilung der letzten Tage rapportieren, denn sie wirft einen herrlichen Blick auf diese Eigenart, und der Berufsstand der Bauern ist damit nur stellvertretend gemeint.

Wir schrieben das Jahr 2001 als in der Schweiz Ungeheuerliches passierte. Die Bauern entdeckten die alteidgenössische Kunst des Aufbegehrens gegen Obrigkeiten neu und marschierten und rollten mit Mistgabeln und schwererem Gerät bewehrt zu Fuss oder per Traktor nach Freiburg und Givisiez, um daselbst mit Ihrem Arbeitsgerät die Coop-Verteilzentren zu blockieren. So protestierten am 8. und 9. November damals 150 Bauern gegen die Preispolitik des Grossverteilers. 28 von ihnen konnten anhand der Nummernschilder der Traktoren identifiziert werden.

Ich stelle mir vor, wie dieser Verbund von 28 Landwirten nun vor dem Polizeirichter erschien. Die richterliche Befragung dauerte laut den Freiburger Nachrichten drei Stunden und begann - siehe oben - mit der heiklen Frage nach den Personalien und, vor allem, nach den "persönlichen Verhältnissen", wie wir das nennen. Damit ist nicht so sehr der Zivilstand als vielmehr der Kontostand gemeint.
Hier also nun ein paar Müsterchen, wie mit Bauernschläue auf solch hochnotpeinliche Fragerei der Obrigkeit nach dem persönlichen Einkommen reagiert werden kann, anzuwenden in der eigenen nächsten Steuererklärung:

"Im Winter nichts, im Sommer etwas mehr."

"Genug um zu leben."

"Fünf Prozent eines Bundesrats."

Etwas weniger originell, aber besorgniserregend:
"Weiss nicht."

Gut auch jener Bauer, der sein monatliches Einkommen erst nannte, als der Polizeirichter sein eigenes bekannte.

Ein Angeklagter Landwirt will sich generell an nichts mehr erinnern: "Ich wurde eben 65 Jahre alt und bin bei bester Gesundheit, Gott sei Dank. Ich will mit dieser Geschichte nichts mehr zu tun haben."

Eigentlich schade. Denn so viel Bauernschläue sollte uns zum Saisongemüse weiter gratis hinzugeliefert werden. Zur Lockerung des vegetativen Nervensystems unbedingt zu empfehlen und im Gegenzug mit Straffreiheit zu entgelten, bitteschön.

Nächster Prozesstag ist der 19. April, das Urteil wird für den 21. April erwartet. Vielleicht dannzumal in der unten angegebenen Quelle nachzulesen...

Thinkabout

Quelle: Freiburger Nachrichten vom 1.4.06


 

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Vol-au-Vent (5.4.06 10:55)
Herrlich, lieber Nachdenker, habe mich köstlich amüsiert. Es hat was für sich, wieder in der kleinen, engen und manchmal engstirnigen Schweiz zu leben. Wir hatten während langen Jahren das Gefühl, im Nirwana zu leben im köstlichen Süd-Devon Englands, auch die dortigen Bauern waren mit einer guten Portion 'Bauernschläue' dotiert, aber mindestens wusste jeder, was des Nachbars Sau wert war.... Bonne continuation.
Ich würde Dir gerne hin und wieder ein paar Smileys schicken, aber die Lächelseite funktionniert nicht; bei andern Blogs habe ich kein Problem. Consider yourself smiled upon....


Thinkabout / Website (5.4.06 11:17)
Deine Texte haben die Emoticons jeweils in sich, liebes Pastetchen. Also gräme Dich nicht.
Thinkabout


masterkuki / Website (5.4.06 14:16)
Ich kann mich den Glückwünschen von "dem, der im Winde fliegt" nur anschließen und ebenfalls auf eine gute Fortsetzung hoffen.
Das war genau die richtige tägliche Dosis für meine Lachmuskeln. Wie Du weißt, kann ich ohne nicht leben. Und die eigenen Stories kenne ich zur Genüge, sie erzwingen bei mir selbst höchstens noch ein müdes Lächeln. So ist Unterstützung immer willkommen.


Janna (5.4.06 17:09)
....ich kann auch grad was lustig-leichtes gebrauchen.....und solche Bauern kenn ich auch....gerade musste ich all meine Fenster schließen, weils "duftet"....und einer davon diese braune Brühe mal einem "Großkopferten" (wie man hier die Politker nennt) ins Fenster kippte...auch ein Argument! :-)) Janna

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